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Gabriel will Klimaschutzziele aufweichen

Der Spiegel berichtet in der aktuellen Ausgabe über die Pläne von Minister Gabriel, die bisherigen Ziele zur Reduktion der Treibhausgase bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 aufzuweichen. Gabriel wird zitiert mit “Ist doch klar, dass das Ziel nicht zu halten ist.” Und obwohl im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, scheint Gabriel von dieser Vorgabe abweichen zu wollen.

Dass Gabriel der Kohleindustrie keine weiteren Steine in den Weg legen will, ist aus Sicht des SPD-Politikers nachvollziehbar. Und auch wenn Deutschland nur mit 2,3 % zu den weltweiten Gesamtemissionen beiträgt (siehe Karte) und damit die Abkehr von den Klimazielen nur einen sehr eingeschränkten Einfluss auf den Klimawandel haben wird, sollte Deutschland dennoch den eingeschlagenen Weg fortsetzen, die Energiewende voranzutreiben und die Klimaschutzziele weiter aufrecht erhalten. Auf wenn es sicherlich für die deutsche Wirtschaft sehr anspruchsvoll wird, alles nötige zu tun, diese Ziele zu erreichen, so wird es mittelfristig und langfristig den Ingenieursstandort Deutschland stärken. Sollte es die Industrienation Deutschland schaffen, diese selbstgesteckten Ziele umzusetzen, dann wird Deutschland dieses Know-how exportieren können, damit wir auch weltweit die Treibhausgasemissionen reduzieren.

Weltweite Treibhausgasemissionen in Mrd. Tonnen 2012


Quelle: EDGAR EU

 

Ungebremst in Richtung Kimawandel

Aktuelle Studien zeigen, dass die Menschheit weiterhin ungebremst auf einen massiven Klimawandel bis zum Jahr 2100 zusteuert. Aus einer aktuellen Publikation der World Meteorological Organization (WMO) geht hervor, dass in 2013 der Anstieg der Treibhausgasemissionen in 2013 der größte seit 30 Jahren ist. Dies wird folglich bis zum Ende des Jahrhunderts in einer globalen Erwärmung von über 4 °C führen.

Darüber hinaus wurde in einem Artikel in Science nun erläutert, wie die seit einigen Jahren andauernde “Pause” bei der Erderwärmung zu erklären ist. In dem Klimamodell konnte nachgewiesen werden, dass insbesondere der atlantische Ozean die Wärmeenergie im großen Maßstab speichert und daher die Temperatur der Atmosphäre derzeit nicht weiter ansteigt. Jedoch ist davon auszugehen, dass die globale Temperatur in einigen Jahren wieder ansteigen wird.

Vom Ziel, die Klimaerwärmung bis 2100 auf 2 °C durch eine massive Reduktion der weltweiten Treibhausgasemissionen zu begrenzen, ist die Menschheit weiterhin sehr weit entfernt. Die Auswirkungen werden in den nächsten Jahren nach und nach sichtbar werden.

Größe der Eisdecke in der Arktis in 35 Jahren um 11 % pro Dekade verkleinert

Wie der Economist berichtet, zeigt das Forschungsprogramm Marginal Ice Zone (MIZ), dass die Fläche des Eisdecke in der Arktis im Sommer in den letzten 35 Jahren um rund 11 Prozent pro Dekade kleiner geworden ist. Dies lässt sich unter anderem auf die weltweite Klimaerwärmung zurückführen.

Die Messungen in der Arktis sind nicht einfach, darüber hinaus gibt es bisher noch keine langjährigen Messungen. Im Rahmen des Programms werden sowohl Wetterstationen auf dem Eis als auch Eisbohrungen zur Messung von Eisdicke, Temperaturen, Salzgehalt etc. verwendet. Diese Daten werden zusammengeführt und sollen künftig genaue Informationen darüber liefern, wie sich die Eisdecke der Arktis verändert und welchen Einfluss die Klimaveränderungen auf die Arktis haben.

Visualisierung des steigenden Meeresspiegels mit Google Earth

Über den Hashtag #DrownYourTown lassen sich Anfragen zur Visualisierung des steigenden Meeresspiegels stellen. Mithilfe von Google Earth lässt sich diese Visualisierung relativ einfach selber erstellen.

  1. Zunächst sollten alle Layer entfernt werden, um eine vollkommen leere Ansicht zu bekommen.sealevel_1
  2. Danach sollten die Grenzen sowie die 3D-Gebäude aktiviert werden, um später eine schöne Ansicht des gestiegenen Meeresspiegels zu erhalten.
    sealevel_2
  3. Nun muss der virtuelle Meeresspiegel eingefügt werden. Hierzu kann das farbiges Quadrat als jpg-Datei heruntergeladen werden. In Google Earth muss ein neuer Layer erzeugt werden.
    sealevel_3
    Dem Layer wird eine sinnvolle Bezeichnung gegeben. Anschließend wird das farbige Quadrat mit dem Layer verlinkt.
    sealevel_4
  4. Unter dem Karteireiter Location müssen folgende Daten eingetragen werden, damit sich der Layer über die gesamte Erdkugel erstreckt:
    Nord: 90°      Ost: 180°
    Süd: -90°      West: -180°
    sealevel_5
  5. Danach muss die absolute Höhe des virtuellen Meeresspiegels eingetragen werden. In dem Pulldown-Menü muss hierzu “absolute” ausgewählt werden. Darüber hinaus muss die Transparenz des Layers so eingestellt werden, dass durch den Layer hindurch die Erdoberfläche zu erkennen ist.
    sealevel_6
  6. Anschließend lassen sich in Google Earth die Auswirkungen eines gestiegenen Meeresspiegels beobachten. Unter “My Place” lassen sich die Parameter des Layers, insbesondere die absolute Höhe, variieren.

Bei einem Anstieg des Meeresspiegels um 10 m ergäbe sich in Norddeutschland folgendes Bild: Die Inseln Sylt und Amrum wären in der Nordsee verschwunden, ähnlich wie weite Teile Schleswig-Holsteins. Der Anstieg des Meeresspiegels hätte sogar zur Folge, das Teile der Hamburger Innenstadt überflutet wären.Norddeutschland bei 10m gestiegenem Meeresspiegel. Blick nach Süden