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Finanzierung der Hochschulen durch Absolventenquote

Der SPIEGEL berichtet, dass in Nordrhein-Westfalen den Hochschulen künftig 4000 EUR pro Absolvent mit dem Ziel zahlen wird, damit die Quote der Studienabbrecher zu reduzieren. Ob das primäre Ziel, den Studierenden eine gute Ausbildung zu ermöglichen und bestmöglich auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten, ist jedoch fraglich.

Das derzeitige Finanzierungsmodell sieht vor, dass Hochschulen für jeden neu eingeschriebenen Studienanfänger über einen festen Zeitraum Gelder erhalten. Daraus würde sich ein Geschäftsmodell für Hochschulen ableiten lassen, dass sich soviele Erstsemester wie möglich eingeschrieben sollten, unabhängig von den Kapazitäten in Forschung und Lehre. Eine Einführung der Absolventenquote könnte nun dazu führen, dass zur Steigerung der Finanzmittel von Bund und Land Professoren ermuntert werden, das Prüfungsniveau zu senken, damit mehr Studierende die Prüfungen bestehen und durchs Studium kommen.

Dass die finanziellen Mittel dazu genutzt werden (können), die Qualität der Lehre zu verbessern und die Betreuungsquote Student pro Dozent zu verringern, ist zumindest unwahrscheinlich. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass die fachliche Kompetenz, welche die Studierenden im Rahmen ihres Studiums erlangen, tendenziell kleiner wird. Damit wird die Wirtschaft ihre Bedenken in naher Zukunft zur der Eignung der Absolventen für das Berufsleben in naher Zukunft erneuern.

Beim eingeschlagenen Weg, den die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen nun gehen will, ist fraglich, ob damit bei der Ausbildung junger Menschen an Hochschulen das notwendige und auch gewünschte hohe Niveau gehalten werden kann.

Die ewige Kritik am Bologna-Prozess

Nach der harten Kritik des Präsidenten Eric Schweitzer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) an der Qualität der Ausbildung von Hochschulabsolventen im Rahmen ihres Bachelorstudiums ist die Diskussion um den Bologna-Prozess mal wieder voll entbrannt. Nachdem sehr lange vor dem Fachkräftemangel insbesondere in den MINT-Fächern gewarnt wurde, obwohl sich dafür kaum Belege finden ließen, wird nun behauptet, dass es in Deutschland eine Überakademisierung gibt. Auch wird das ewige Für und Wider zum Bologna-Prozess erneut diskutiert.

Die Vorstellung, dass sich ein achtsemestriges Diplomstudium eins zu eins auf ein sechssemestriges Bachelorstudium übertragen lässt, ist natürlich vermessen. Und wenn darüber hinaus auch noch neben einer fundierten Grundlagenausbildung ein intensiver Praxisbezug des Studiums verlangt wird, dann geht diese Fordung völlig an der Realität vorbei.

Das Bachelorstudium sollte als das angesehen werden, was es leisten kann. Die Studierenden erlernen die wesentlichen Grundlagen und erhalten einen ersten Einblick in die praktische Arbeit. Fortgeschrittene Inhalte werden im anschließenden Masterstudium vermittelt. Vorschläge, das Bachelorstudium weiter umzugestalten, scheitern sowohl am eng gestrickten Curriculum als auch an den Rahmenbedingungen an den Hochschulen. Aber da die Kritik am Hochschulwesen so alt wie das Hochschulewesen an sich ist (siehe zum Beispiel die Reihe “Mit dem Latein am Ende” des SPIEGELS aus dem Jahre 1969), wird sich an der Diskussionsfreude zu dem Thema nichts ändern. Studierende sollten sich davon jedoch nicht verunsichern lassen.

Hinweise zur Erstellung von wissenschaftlichen Abschlussarbeiten

Bei der Erstellung Ihrer Abschlussarbeit sollten Sie folgende Hinweise beachten:

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Ziel dieses Dokument ist es, Absolventen einen Leitfaden zu bieten, in dem die wesentlichen Punkte aufgeführt sind, die bei der Erstellung einer Abschlussarbeit beachtet werden sollten. Hierzu gehören neben Informationen zum allgemeinen Vorgehen sowie zu Gliederung und Aufbau der Arbeit unter anderem Angaben zum Layout und zum Inhalt insbesondere im Hinblick auf Sprache, Abbildungen und Tabellen.

Praxisbezug an Hochschulen ausbaufähig

In der Studie “Studienqualitätsmonitor 2013” des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) zeigt sich, das sich Studierende an deutschen Universitäten und Fachhochschulen einen stärkeren Praxisbezug als Vorbereitung auf das spätere Berufsleben wünschen. Knapp drei Viertel der Studierenden ist mit dem Bezug zur praktischen Arbeit an Fachhochschulen zufrieden, an Universitäten sind es knapp die Hälfte der Studierenden. Der Fokus auf Forschungsthemen wird von 50 % der Studierenden an Universitäten mit gut oder sehr gut bewertet; an Fachhochschulen, die traditionell einen kleineren (Grundlagen-)Forschungsanteil haben, sind dies lediglich 37 %.

Positiv hervorzuheben ist die gute Bewertung der Betreuung durch Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter an den Hochschulen. Vier von fünf Studierende sind der Meinung, dass die Betreuung gut bzw. sehr gut ist. Allerdings gibt es noch Verbesserungspotenzial bei der modernen Gestaltung von Vorlesungen und Seminaren durch E-Learningangebote sowie kleineren Arbeitsgruppen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass 61 % der Studierenden (sehr) zufrieden mit ihrem Studium sind. Die Frage, ob die Studierenden alles in allem gerne an ihrer Hochschule studieren, haben fast drei Viertel der Studierenden mit “ja” beantwortet.

Studienqualitätsmonitor 2013 des Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW)

Ist der Professor in der Vorlesung einsam?

Die ZEIT schreibt in ihrer Online-Ausgabe über die “Einsamkeit des Professors vor der Laptop-Wand”. Dabei führt die Autorin an, dass die Professoren in Vorlesungen den (Augen-)Kontakt zu den Studierenden verlieren, da die Studierenden eher im Netz surfen als der Vorlesung zu folgen. Eine Forderung geht so weit, dass zur Erhöhung der Aufmerksamkeit sogar das WLAN im Hörsaal abgeschaltet werden sollte.

Ist es jedoch nicht eher so, dass es an uns Professoren liegt, die Studierenden mit interessanten Vorlesungen zu fesseln, um damit ein Abdriften ins Netz zu verhindern. Eine interaktive Veranstaltung, bei der die Studierenden aufgefordert sind, sich durch Aufgaben oder Problemstellungen im Rahmen der Vorlesung zu beteiligen, lässt sich von den Studierenden wesentlich besser als ein trockenes und uninspiriertes Präsentieren von Inhalten verfolgen. Der Vorbereitungsaufwand ist natürlich größer, durch kleine Fragestellungen oder gar Onlineaufgaben (zum Beispiel durch das System ARSnova der Technischen Hochschule Mittelhessen) die Vorlesung aufzulockern. Andererseits sollte der Vorlesungsstil während der Veranstaltung variieren, um die Aufmerksamkeitsspanne der Studierenden hoch zu halten.

Bei Grundlagenveranstaltungen ist es sicher aufwändiger, ein hohes Maß an Interaktivität zu erreichen und die kontinuierliche Aufmerksamkeit der Studierenden zu bekommen. Aber gerade das macht doch den Reiz der Vorlesungsgestaltung aus – unterschiedlichste Inhalte interessant zu vermitteln.