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Von Apfelbäumen, der Apfel-Umlage und dem Eigenverbrauch von Äpfeln

Die Regierung eines Landes möchte die Gesundheit ihrer Bevölkerung verbessern. Hierfür soll jedoch nicht das bestehende Gesundheitssystem weiter ausgebaut werden, sondern nach dem Prinzip “An apple a day keeps the doctor away” das Pflanzen von Apfelbäumen und den Verkauf von Äpfeln gefördert werden. Jeder Bürger, der einen Apfelbaum planzt und Äpfel verkauft, soll von den Krankenkassen einen festen Betrag für die Äpfel gezahlt bekommen. Außerdem sollen Ärzte bevorzugt den Verkauf von Äpfeln empfehlen, anstatt Medikamente zu verschreiben.

Da die gezahlten Beträge für die verkauften Äpfel hoch sind, beginnen die Bürger, sehr viele Apfelbäume zu pflanzen. Auch für Investoren ist es attraktiv, große Apfelbaumplantagen im Land anzulegen und die Äpfel aus den Plantagen zu verkaufen. Dies führt dazu, dass die immer mehr Äpfel auf dem Markt zu Verfügung stehen und der Verkauf von Medikamenten zurückgeht.

Um die steigenden Kosten für die Förderung des Apfelverkaufs zu zahlen, wird eine Umlage auf den Verkauf von Äpfeln eingeführt, sodass sich der Preis für Äpfel erhöht. Diesen höheren Preis für Äpfel müssen alle Käufer von Äpfeln bezahlen.

Im Laufe der Zeit steigen die Abgaben durch die Umlage stark an, da immer mehr Apfelbäume gepflanzt werden und Apfelbaumplantagen entstehen, sodass eine schnell steigende Anzahl von Äpfeln jedes Jahr verkauft wird. Die Großabnehmer von Äpfeln – die Apfelsaft- und Apfelmushersteller – beschweren sich bei der Regierung, dass sie die hohen Kosten für die Äpfel nicht mehr tragen können. Auch die Medikamentenhersteller beschweren sich, da sie ihre Medikamente immer weniger verkaufen können, weil Äpfel zur Gesundheitsföderung verschrieben werden.

Um die weitere Verbreitung von neu gepflanzten Apfelbäumen einzudämmen, beschließt die Regierung, den Festpreis für den Apfelverkauf zu reduzieren. Da jedoch die Besitzer von älteren Apfelbäumen ihren alten Apfelpreis für den Verkauf ihrer Äpfel bekommen, bleiben die Kosten für den Verkauf der Äpfel sehr hoch. Um der apfelverarbeitenden Industrie entgegenzukommen, erlässt die Regierung der Industrie die Zusatzumlage für die Äpfel. Dies führt zu einer Erhöhung der Apfel-Umlage, da nun weniger Abnehmer, nämlich die Bürger und die Kleinunternehmer, die Gesamtkosten für die Apfel-Umlage tragen müssen.

Durch die Reduktion des Apfelfestpreises wird es für die Bürger interessanter, neue Apfelbäume zu pflanzen und diese Äpfel nicht mehr auf dem Markt zu verkaufen, sondern direkt selber zu verzehren. Dies ist auch im Sinne der Regierung, da sich nun jeder Bürger selber mit Äpfeln versorgt, anstatt Medikamente kaufen zu müssen.

Jedoch bleibt die Umlage für die Äpfel, die verkauft werden, weiterhin sehr hoch. Um diese hohen Kosten zu verteilen, will die Regierung eine weitere Anpassung der Umlageverteilung durchführen: Jeder Bürger, der mehr als einen Apfelbaum künftig pflanzt und die Äpfel seiner Apfelbäume selber verzehrt, statt die Äpfel zu verkaufen, soll auf jeden verzehrten Apfel ebenfalls die Apfel-Umlage zahlen; Großabnehmer von Äpfeln bleiben von dieser Regelung weiterhin ausgenommen.