Rate my Prof – im Wintersemester 2016/17

Auch in diesem Semester waren die Studierenden wieder aufgerufen, die Lehrveranstaltungen bei mir zu evaluieren. Herausgreifen möchte ich die beiden Veranstaltungen „Bioenergie und Wärmenutzung“ aus dem 5. Semester des Bachelorstudiengangs „Erneuerbare Energien“ sowie „Energienutzung und Energietechnik der erneuerbaren Energien“ aus dem 3. Semester des Masterstudiengangs „Umweltorientierte Energietechnik„. In beiden Modulen mussten die Studierenden während des Semesters praxisorientierte Übungsaufgaben bearbeiten, die zu einem gewissen Anteil in die Gesamtnote einflossen. Zudem gab es mündliche Prüfungen zum Abschluss des jeweiligen Kurses. Mein Ziel in den Modulen war es, den Wissenstransfer für die Studierenden durch die wöchentlichen Pflichtübungen zu vergrößern, sodass die Studierenden angehalten waren, im laufenden Semester bereits aktiv mitzuarbeiten, um nicht erst am Semesterende für die Prüfungsvorbereitung in die Vorlesungsunterlagen zu schauen.

In den Evaluationsbögen zeigt sich deutlich, dass die Bewertung der beiden Veranstaltungen wesentlich schlechter als vergleichbare Kurse ohne Pflichtübungen sind. Auf die Frage nach dem durchschnittlichen Aufwand gaben mehr als 3/4 aller Studierenden an, mehr als sechs Stunden pro Woche in die Vor- und Nachbereitung investieren zu müssen. Dies hat zur Folge, dass beide Studierendengruppen auf die Frage nach der regelmäßigen Vor- und Nachbereitung des Kurses mit über 80 Prozent „trifft völlig zu“ antworteten. Die Fragen zu den erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten werden zum überwiegenden Teil sehr positiv beantwortet. Die Zunahme des Wissenstands durch den Besuch der Veranstaltungen wird in hohem bzw. sehr hohem Maße bewertet. Ein zentrales Ziel bei der Wissensvermittlung ist mir also gelungen – die intensive Beschäftigung der Studierenden mit dem Stoff und die selbstständige Arbeit mit dem Erlernten.

TafelJedoch geht der hohe Aufwand, der den Studierenden in beiden Kursen abverlangt wurde, zu Lasten der Gesamtbewertung. In Schulnoten bekommen die beiden Veranstaltungen lediglich eine 1,9 für den Masterkurs und eine 2,5 für den Bachelorkurs. Dies spiegelt sich auch in den Freitextkommentaren der Studierenden, die den „sehr hohen Arbeitsaufwand“ kritisieren (insbesondere in Bezug auf die 5 ECTS-Punkte). Der „Umfang der Aufgaben war zu hoch“ und der unmittelbare „Nutzen war nicht erkennbar“ (dies galt vor allem für Rechenaufgaben zur Wärmelehre). Auch die Bewertung der Übungen war aus Sicht der Studierenden zu streng.

Aus meiner Professorensicht bestätigen diese Kommentare jedoch das erfolgreich umgesetzte Ziel der Module, dass sich die Studierenden intensiv mit den Themenfeldern auseinandersetzen. Es entsteht bei Durchsicht der Evaluationsbögen der Eindruck, dass die Studierenden das Studieren verlernt haben. Mathematikprofessor Herold Dehling von der Ruhr-Universität Bochum veranschlagt zum Beispiel als Arbeitsaufwand für Vor- und Nachbereitung in seinen Veranstaltungen die doppelte Zeit bezogen auf die Präsenzzeit in den Vorlesungen – bei 3 Zeitstunden pro Woche Vorlesungen resultiert dies in weiteren 6 Zeitstunden Vor- und Nacharbeit. Auf dieser Grundlage wird auch der Workload in Bezug auf die ECTS-Punkte eines Moduls ermittelt. Ein hohes Arbeitspensum, insbesondere in Spezialisierungsfächern zum Ende eines Studiengangs, hilft den Studierenden, den Stoff zu verinnerlichen, um ihn später im Berufsleben abrufen und anwenden zu können. Zudem sollte man den Anspruch an sich als Studierender haben, sich gerne mit Schwerpunkthemen des gewählten Studiengangs intensiv auseinanderzusetzen.

Dennoch werde ich mir die Kommentare der Studierenden in den Evaluationsbögen zu Herzen nehmen, um in den kommenden Semestern die Inhalte und den Aufwand an die Ansprüche aller (meine, der Hochschule, der Studierenden, der Wirtschaft etc.) anzupassen.

Ein Gedanke zu „Rate my Prof – im Wintersemester 2016/17

  1. Christian Stalter

    Ist zwar eine späte Antwort, ich fand das die Aufgaben vom Workload her ok waren (im Modul Bioenergie). Sofern ein regelmäßiger Besuch der Vorlesung stattfand und man aufmerksam war. Die Aufgaben konnten im Zeitrahmen von 3-4 Stunden gelöst werden. Gerade der Mittwoch, wo 3-4 Std. frei waren bevor die Ringvorlesung anfing, konnte man die Aufgaben, in angenehmen Arbeitsklima, im Chillraum lösen. Es galt wie immer sich mit seinen Kommilitonen kurz zu schließen, so konnte man Aufgabestellungen effektiv bearbeitet. Ich persönlich hätte noch gerne einen kleinen Einschub über das KWK Gesetz gehabt, aber vielleicht können sich zukünftige Studenten über dieses Thema freuen.

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