Mal etwas anderes

Die vorlesungsfreie Zeit zeichnet sich für Professoren in der Regel dadurch aus, dass es zahlreiche Konferenzen gibt, für die Vorträge vorbereitet werden müssen (auch wenn die Konferenzen derzeit natürlich primär virtuell stattfinden), und dass Forschungsanträge verfasst werden. Insbesondere in der längeren Sommerpause bis zum Beginn des Wintersemesters lässt sich die Zeit damit eigentlich sehr gut ausfüllen.

Bei der Konferenz- und Vortragsvorbereitung sowie der Arbeit an Forschungsanträgen hat sich mittlerweile eine gewisse Routine eingespielt. Auch Interviews zu unterschiedlichen Themen aus dem Bereich des erneuerbaren Energietechnik mit Redakteuren zum Beispiel von Zeitungen gibt zwar unregelmäßig, aber immer mal wieder. Doch bei all den wiederkehrenden Aufgaben gibt es Dinge, die man als Professor zum ersten Mal macht.

Banner der Scientists for Future Trier.

Im Rahmen der Fridays-for-Future-Demonstration in Trier wurden wir von den Scientists for Future Trier erneut angefragt, ob jemand von uns ein paar Grußworte sprechen kann. Nachdem bei den vorherigen Demonstrationen bereits Kolleginnen und Kollegen gesprochen haben, habe dieses Mal ich auf der Demonstration am letzten Freitag einige Worte gesprochen. Dies war für mich ein absolutes Novum, auf einer kleinen, aber feinen Demonstration (mit rund 100 Teilnehmenden) ein paar Minuten zur aktuellen Situation des Klimawandels und zur Fridays-for-Future-Bewegung zu sprechen.

Die Forderungen der jungen Menschen in Bezug auf die Klimapolitik sind in jedem Fall zu unterstützen, da die derzeitige Entwicklung des Klimawandels nach aktuellem Stand der Forschung höchst besorgniserregend ist (zum Beispiel zu sehen hier, hier, hier und hier). Und auch wenn die Corona-Pandemie die Treibhausgasemissionen temporär etwas gebremst hat, so ist doch nicht zu erkennen, dass wir die Ziele des Pariser Abkommens zum Klimaschutz auch nur annähernd erreichen werden. So denke ich, dass dieser kurze Auftritt auf der FFF-Demonstration voraussichtlich nicht der letzte gewesen ist, da in den nächsten Jahren weitere Demonstrationen der Fridays-for-Future-Bewegung folgen werden, um den Forderungen der nächsten Generation(en) Nachdruck zu verleihen.