Klausurzeit gleich Klausurstress

Rechtzeitig vor Beginn der Klausurphase trudeln wieder vermehrt E-Mails von Studierenden ein, die ihre Wünsche zu den Klausurterminen äußern. Dabei geht es darum, die zentral organisierten Termine der Klausuren der Pflichtveranstaltungen verschieben zu lassen, da es zu den unterschiedlichsten Terminkollisionen kommen soll. Eigentlich gibt es bei den Klausuren, die am Ende eines jeden Fachsemesters geschrieben werden, in der Regel keine Terminkollisionen, da typischerweise in den vier Wochen nach Ende der Vorlesungen die Klausuren so terminiert werden, dass ausreichend Puffer zwischen den Klausuren liegt.

Allerdings zeigt sich bei einer wachsenden Zahl an Studierenden, dass diese gar nicht die Klausuren aus ihrem Fachsemester schreiben, sondern durch eine fachsemesterübergreifende Belegung von Modulen Klausuren aus verschiedenen Semestern schreiben. Das Curriculum wird mehr als Liste der abzuleistenden Module und weniger als Vorgabe für einen inhaltlichen Aufbau des Studiums angesehen. Dass es sinnvoll ist, zunächst die Grundlagenfächer wie Mathematik oder Physik zu belegen, um die Grundlagen für die weiterführenden Veranstaltungen zu erlernen, wird damit abgetan, dass diese Fächer mit traditionell höherer Durchfallquote erst später belegt werden, um damit die Wahrscheinlichkeit, diese Module zu bestehen, zu steigern. So sitzen immer mehr Studiernde bereits in Modulen, die fortgeschrittene Fachkenntnisse verlangen und auf den Basismodulen aufbauen, ohne die Grundlagen be- und auch verstanden zu haben.

Des Weiteren führt diese Vermischung der Module zwangsläufig dazu, dass es zu Kollisionen bei Klausurterminen kommt. Eine Terminierung der Klausuren ohne semesterübergreifende Überschneidungen ist wegen der Vielzahl an Modulen, Kursen und Studiengängen nicht möglich. Dadurch kann es zwangsläufig dazu kommen, dass Studierende an zwei aufeinander folgenden Tagen oder sogar am gleichen Tag zwei Klausuren schreiben. Dies führt häufig dazu, dass die Leistungen in diesen Klausuren schlechter als beim Wahrnehmen der regulären Klausurtermine sind.

Was wäre also aus Sicht der Studierenden zu tun? Ideal wäre ein weitestgehendes Einhalten des Studienverlaufplans ohne ein Auslassen und Verschieben von Veranstaltungen aus den ersten Semestern. Eine Überschneidung von Modulen sollte nur auftreten, wenn es zu einer Wiederholung von Modulen wegen Nichtsbestehens kommt. Falls Klausurtermine kurz hintereinander folgen, sollte die Priorität zur Klausurvorbereitung immer auf der Klausur aus dem niedrigeren Semester liegen. Im Zweifelsfall sollte das Mitschreiben der Klausur aus dem höheren Semster auf einen späteren Zeitpunkt (z. B. auf das Folgesemester) verschoben werden. Dazu kommt natürlich idealerweise eine laufende Mitarbeit während des Semesters, um den Prüfungsstoff nicht innerhalb kürzester Zeit erlernen und vorbereiten zu müssen.