Ist der Professor in der Vorlesung einsam?

Die ZEIT schreibt in ihrer Online-Ausgabe über die „Einsamkeit des Professors vor der Laptop-Wand“. Dabei führt die Autorin an, dass die Professoren in Vorlesungen den (Augen-)Kontakt zu den Studierenden verlieren, da die Studierenden eher im Netz surfen als der Vorlesung zu folgen. Eine Forderung geht so weit, dass zur Erhöhung der Aufmerksamkeit sogar das WLAN im Hörsaal abgeschaltet werden sollte.

Ist es jedoch nicht eher so, dass es an uns Professoren liegt, die Studierenden mit interessanten Vorlesungen zu fesseln, um damit ein Abdriften ins Netz zu verhindern. Eine interaktive Veranstaltung, bei der die Studierenden aufgefordert sind, sich durch Aufgaben oder Problemstellungen im Rahmen der Vorlesung zu beteiligen, lässt sich von den Studierenden wesentlich besser als ein trockenes und uninspiriertes Präsentieren von Inhalten verfolgen. Der Vorbereitungsaufwand ist natürlich größer, durch kleine Fragestellungen oder gar Onlineaufgaben (zum Beispiel durch das System ARSnova der Technischen Hochschule Mittelhessen) die Vorlesung aufzulockern. Andererseits sollte der Vorlesungsstil während der Veranstaltung variieren, um die Aufmerksamkeitsspanne der Studierenden hoch zu halten.

Bei Grundlagenveranstaltungen ist es sicher aufwändiger, ein hohes Maß an Interaktivität zu erreichen und die kontinuierliche Aufmerksamkeit der Studierenden zu bekommen. Aber gerade das macht doch den Reiz der Vorlesungsgestaltung aus – unterschiedlichste Inhalte interessant zu vermitteln.